Aller guten Dinge sind Drei: Barcamp Ruhr 2017 #bcruhrX

So ein Barcamp ist immer wieder für Überraschungen gut, auch für solche über sich selbst. Ob das Barcamp Ruhr in diesem Jahr ein echtes zehntes gewesen ist oder nicht, finde ich nicht wichtig. Für mich war es auch bei meinem dritten Mal wieder eine äußerst inspirierende Erfahrung.

Die Liebe zu Barcamps ist ansteckend und so bin ich diesmal am Freitag Nachmittag in Begleitung meines Lieblingsmenschen Lars von Hamburg nach Essen gefahren. Und da wir nicht die einzigen waren, trafen wir schon am Abend in der Bar eines bei Barcampern beliebten Hotels in Essen das eine oder andere bekannte Gesicht vom letzten Jahr und damit stellte sich auch schnell dieses vertraute Klassentreffen-Gefühl ein, das den Aufenthalt auf einem Barcamp so angenehm macht. Nach einer entspannten Nacht startete der Samstag mit dem alles andere als unperfekten Frühstück im Unperfekthaus, der wie immer großartigen Location des Barcamp Ruhr. Natürlich auch hier das übliche Wiedersehens-Hallo. Dann folgte die offizielle Begrüßung durch die beiden Organisatoren Berthold und Maik, Vorstellungsrunde und dann endlich die Sessionplanung. Wie immer die Qual der Wahl und natürlich Überschneidungen ohne Ende.

Auch wenn es viele bekannte Themen gab, so sind auch einige neue dabei gewesen und wer sich auf einem Barcamp langweilt, dem ist vermutlich eh nicht zu helfen.

Der erste Tag startete für mich mit dem Thema Offene Beziehung. Marlena und Djure gewähren Einblicke in eine Partnerschaft, die ausgetretene Pfade und vor allem endgültige Lösungen für Paarprobleme hinter sich gelassen hat. 

Danach berichtete Bernhard von seine Jobwechsel ins Digitale und machte Mut, dass es nie zu spät ist, der eigenen Leidenschaft zu folgen und einen ungeliebten Job gegen neue Anreize und vor allem Spaß an und bei der Arbeit zu tauschen.

In der nächsten Session klärte uns Marlena darüber auf, dass Imkern bestimmt kein Hobby ist, das man so nebenbei betreibt und wenn die Bienen schwärmen, tut das eine Imkerin eben nicht unbedingt auch.

Scotty hatte dann wieder ein paar neue Serien dabei und auf „Westworld“ hat er uns so richtig neugierig gemacht, denn ich habe ihn zumindest noch nie so begeistert erlebt.

Dass nun das betreute Trinken bei Carmen folgte, hatte nicht nur den Vorteil, dass ich das zwei Jahre zuvor gelernte mal auffrischen konnte, sondern vor allem, dass die verschiedenen äußerst leckeren Whiskys für die notwendige Gelassenheit… oder vielleicht doch eher für einen gewissen Übermut sorgten… wie auch immer, jedenfalls hatte Lars im Laufe des Tages die Muse geküsst und wir beschlossen, das Ergebnis zur Abschluss-Session am Samstag vorzutragen. Aber vorher diskutierten wir noch mit Berthold darüber, warum es auf einem Barcamp so schön ist und was dazu nötig wäre, damit man immer so arbeiten kann.

Und dann war es soweit. Lars und ich gaben den Song zum Barcamp Ruhr zum Besten – frei nach dem Wise Guys Song „Deutsche Bahn“:

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Intro

Meine Damen und Herren, das Barcamp Ruhr fängt jetzt gleich an.
Die ersten Sessions hier vom Board die sind nun dran.
Beginn vom Ganzen: Festgelegt von uns auf Punkt elf.
Obwohl – das klappt wohl nicht. Denn es ist schon viertel zwölf.

Beim Barcamp läuft grundsätzlich alles anders als man denkt
Für viele schwierig doch für viele ist das ein Geschenk.
Spannendes erfahren, Spaß und Action pur:

Herzlich Willkommen, beim Barcamp Ruhr.
Das ist der Organisator der jetzt zu euch spricht.
Was heute noch geschehen wird weiß er auch jetzt noch nicht.
Es wird ’ne Überraschung was hier gleich passiert.

Beim Barcamp läuft halt alles immer selbstorganisiert.
Es ist erstaunlich was auf diesem Barcamp alles geht
auch wie man einer Auswahlstarre ganz leicht widersteht.
Und noch ’ne Session, die ganz viele Menschen hier erfreut:
Endlich werden sie beim Trinken fachmännisch betreut.

Refrain

Hallo Leute, dass ihr da seid, das freut uns wirklich sehr.
Die Liste sagt ihr kommt schon mal von ziemlich weit weg her.
Spannendes erfahren, Spaß und Action pur:
Herzlich Willkommen, beim Barcamp Ruhr

Ob man Twitter-Newbies zeigt wie Twitter richtig geht
oder wie beim Lindyhop das Tanzpaar richtig steht.
Was ist ist beim ersten Barcamp Ruhr ’08 nochmal passiert?
Oder wie ein Barcamp grundsätzlich funktioniert.
Fahrradfahren durch Essen und das ganze Ruhrgebiet –
Was wohl in der Zukunft und in Serien geschieht?
Schmeckt die Süße selbst gemachten Honigs einmal pur.
Herzlich Willkommen beim Barcamp Ruhr.

Refrain

Und haben wir den erste Tag erfolgreich rumgebracht,
Planen wir gleich weiter für die Sessions in der Nacht.

Refrain

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Den Samstag haben wir dann bei einem interessanten Gespräch über Dating-Plattformen aller Art ausklingen lassen. Vorher hatten wir noch einen Skype-Call mit Nils im Irak, der uns sehr eindringlich von seinen Erfahrungen im Einsatz mit den Ärzten ohne Grenzen berichtete.

Der Sonntag erwies sich dann als der berühmte Qualitäts-Sonntag mit einem Sessionplan voller Perlen und überraschenderweise gar nicht so vielen Überschneidungen – zumindest für mich. Und so erfuhr ich bei Berthold, was das Barcamp Ruhr so kostet und auch etwas darüber, wie man Sponsoren findet. Danach ging es bei Nils darum, wie man seine Gedanken durchs Schreiben ordnen kann. Und dann ging es wieder um die Arbeit und einen Austausch über Jobs im Digitalen bei Eva, die allen Mut machte, den Schritt in die Berufswelt von Social Media zu wagen. Sehr interessant wurde es dann bei einem Gespräch zu fünft darüber was agiles Arbeiten bedeutet. Hier nochmal vielen Dank an David, der auch einem Newbie wie mir einen spannen Einblick gegeben hat. Der Sonntag wurde dann durch die Hochstapler-Session mit Frank beendet, ein sehr menschliches Problem, das verbreiteter ist, als man denkt.

Und dann stand auch schon die Abschluss-Session an. Schon wieder waren zwei tolle Tage voller Inspiration und spannender Begegnungen vorbei. Aber der unangefochtene Höhepunkt für Lars und mich war wohl unser kleiner Auftritt am Samstag zur Abschluss-Session. Und ja, es kostet Mut, sich da hinzustellen und nach einer Mini-Probe kurz vorher in einem leeren Session-Raum mal eben so vor allen los zu singen. Ich weiß aber auch, dass so etwas möglich ist, weil Barcamps Energien frei setzen, die einen immer wieder überraschen. Und so hat das Barcamp Ruhr nun sogar dank Lars seinen eigenen Song.

Und so bleibt wieder einmal nur, Danke zu sagen an das großartige Orga-Team Berthold und Maic vom Barcamp Ruhr, das Unperfekthaus als wunderbarer Gastgeber und den tollen Sponsoren, ohne die dieses Barcamp gar nicht möglich gewesen wäre. Und wie wundervoll wäre es, wenn diesem Barcamp Ruhr noch ganz viele folgen und vor allem, dass noch viel mehr Menschen entdecken, wie bereichernd es sein kann, an einem teilzunehmen.