Ihr da unten, wir da oben – „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist

Die erste Inszenierung von Michael Thalheimer am Deutschen Schauspielhaus ist beklemmend, nicht nur, weil schon das Bühnenbild von Olaf Altmann die gesellschaftlichen Verhältnisse mehr als deutlich macht, sondern auch, weil die Unüberwindbarkeit des Systems durch eine sich immer wiederholende, bedrohliche … Weiterlesen

Der rote Faden der (Familien)-Geschichte – „Das achte Leben (Für Brilka)“ am Thalia Theater

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe den Roman „Das achte Leben (Für Brilka)“ von Nino Haratischwili nicht gelesen. Dennoch habe ich natürlich der Versuchung nicht widerstehen können, die eine oder andere Rezension zu lesen und bin somit garantiert … Weiterlesen

Aller guten Dinge sind Drei: Barcamp Ruhr 2017 #bcruhrX

So ein Barcamp ist immer wieder für Überraschungen gut, auch für solche über sich selbst. Ob das Barcamp Ruhr in diesem Jahr ein echtes zehntes gewesen ist oder nicht, finde ich nicht wichtig. Für mich war es auch bei meinem dritten Mal wieder eine äußerst inspirierende Erfahrung.

Die Liebe zu Barcamps ist ansteckend und so bin ich diesmal am Freitag Nachmittag in Begleitung meines Lieblingsmenschen Lars von Hamburg nach Essen gefahren. Und da wir nicht die einzigen waren, trafen wir schon am Abend in der Bar eines bei Barcampern beliebten Hotels in Essen das eine oder andere bekannte Gesicht vom letzten Jahr und damit stellte sich auch schnell dieses vertraute Klassentreffen-Gefühl ein, das den Aufenthalt auf einem Barcamp so angenehm macht. Nach einer entspannten Nacht startete der Samstag mit dem alles andere als unperfekten Frühstück im Unperfekthaus, der wie immer großartigen Location des Barcamp Ruhr. Natürlich auch hier das übliche Wiedersehens-Hallo. Dann folgte die offizielle Begrüßung durch die beiden Organisatoren Berthold und Maik, Vorstellungsrunde und dann endlich die Sessionplanung. Wie immer die Qual der Wahl und natürlich Überschneidungen ohne Ende.

Auch wenn es viele bekannte Themen gab, so sind auch einige neue dabei gewesen und wer sich auf einem Barcamp langweilt, dem ist vermutlich eh nicht zu helfen.

Der erste Tag startete für mich mit dem Thema Offene Beziehung. Marlena und Djure gewähren Einblicke in eine Partnerschaft, die ausgetretene Pfade und vor allem endgültige Lösungen für Paarprobleme hinter sich gelassen hat. 

Danach berichtete Bernhard von seine Jobwechsel ins Digitale und machte Mut, dass es nie zu spät ist, der eigenen Leidenschaft zu folgen und einen ungeliebten Job gegen neue Anreize und vor allem Spaß an und bei der Arbeit zu tauschen.

In der nächsten Session klärte uns Marlena darüber auf, dass Imkern bestimmt kein Hobby ist, das man so nebenbei betreibt und wenn die Bienen schwärmen, tut das eine Imkerin eben nicht unbedingt auch.

Scotty hatte dann wieder ein paar neue Serien dabei und auf „Westworld“ hat er uns so richtig neugierig gemacht, denn ich habe ihn zumindest noch nie so begeistert erlebt.

Dass nun das betreute Trinken bei Carmen folgte, hatte nicht nur den Vorteil, dass ich das zwei Jahre zuvor gelernte mal auffrischen konnte, sondern vor allem, dass die verschiedenen äußerst leckeren Whiskys für die notwendige Gelassenheit… oder vielleicht doch eher für einen gewissen Übermut sorgten… wie auch immer, jedenfalls hatte Lars im Laufe des Tages die Muse geküsst und wir beschlossen, das Ergebnis zur Abschluss-Session am Samstag vorzutragen. Aber vorher diskutierten wir noch mit Berthold darüber, warum es auf einem Barcamp so schön ist und was dazu nötig wäre, damit man immer so arbeiten kann.

Und dann war es soweit. Lars und ich gaben den Song zum Barcamp Ruhr zum Besten – frei nach dem Wise Guys Song „Deutsche Bahn“:

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Intro

Meine Damen und Herren, das Barcamp Ruhr fängt jetzt gleich an.
Die ersten Sessions hier vom Board die sind nun dran.
Beginn vom Ganzen: Festgelegt von uns auf Punkt elf.
Obwohl – das klappt wohl nicht. Denn es ist schon viertel zwölf.

Beim Barcamp läuft grundsätzlich alles anders als man denkt
Für viele schwierig doch für viele ist das ein Geschenk.
Spannendes erfahren, Spaß und Action pur:

Herzlich Willkommen, beim Barcamp Ruhr.
Das ist der Organisator der jetzt zu euch spricht.
Was heute noch geschehen wird weiß er auch jetzt noch nicht.
Es wird ’ne Überraschung was hier gleich passiert.

Beim Barcamp läuft halt alles immer selbstorganisiert.
Es ist erstaunlich was auf diesem Barcamp alles geht
auch wie man einer Auswahlstarre ganz leicht widersteht.
Und noch ’ne Session, die ganz viele Menschen hier erfreut:
Endlich werden sie beim Trinken fachmännisch betreut.

Refrain

Hallo Leute, dass ihr da seid, das freut uns wirklich sehr.
Die Liste sagt ihr kommt schon mal von ziemlich weit weg her.
Spannendes erfahren, Spaß und Action pur:
Herzlich Willkommen, beim Barcamp Ruhr

Ob man Twitter-Newbies zeigt wie Twitter richtig geht
oder wie beim Lindyhop das Tanzpaar richtig steht.
Was ist ist beim ersten Barcamp Ruhr ’08 nochmal passiert?
Oder wie ein Barcamp grundsätzlich funktioniert.
Fahrradfahren durch Essen und das ganze Ruhrgebiet –
Was wohl in der Zukunft und in Serien geschieht?
Schmeckt die Süße selbst gemachten Honigs einmal pur.
Herzlich Willkommen beim Barcamp Ruhr.

Refrain

Und haben wir den erste Tag erfolgreich rumgebracht,
Planen wir gleich weiter für die Sessions in der Nacht.

Refrain

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Den Samstag haben wir dann bei einem interessanten Gespräch über Dating-Plattformen aller Art ausklingen lassen. Vorher hatten wir noch einen Skype-Call mit Nils im Irak, der uns sehr eindringlich von seinen Erfahrungen im Einsatz mit den Ärzten ohne Grenzen berichtete.

Der Sonntag erwies sich dann als der berühmte Qualitäts-Sonntag mit einem Sessionplan voller Perlen und überraschenderweise gar nicht so vielen Überschneidungen – zumindest für mich. Und so erfuhr ich bei Berthold, was das Barcamp Ruhr so kostet und auch etwas darüber, wie man Sponsoren findet. Danach ging es bei Nils darum, wie man seine Gedanken durchs Schreiben ordnen kann. Und dann ging es wieder um die Arbeit und einen Austausch über Jobs im Digitalen bei Eva, die allen Mut machte, den Schritt in die Berufswelt von Social Media zu wagen. Sehr interessant wurde es dann bei einem Gespräch zu fünft darüber was agiles Arbeiten bedeutet. Hier nochmal vielen Dank an David, der auch einem Newbie wie mir einen spannen Einblick gegeben hat. Der Sonntag wurde dann durch die Hochstapler-Session mit Frank beendet, ein sehr menschliches Problem, das verbreiteter ist, als man denkt.

Und dann stand auch schon die Abschluss-Session an. Schon wieder waren zwei tolle Tage voller Inspiration und spannender Begegnungen vorbei. Aber der unangefochtene Höhepunkt für Lars und mich war wohl unser kleiner Auftritt am Samstag zur Abschluss-Session. Und ja, es kostet Mut, sich da hinzustellen und nach einer Mini-Probe kurz vorher in einem leeren Session-Raum mal eben so vor allen los zu singen. Ich weiß aber auch, dass so etwas möglich ist, weil Barcamps Energien frei setzen, die einen immer wieder überraschen. Und so hat das Barcamp Ruhr nun sogar dank Lars seinen eigenen Song.

Und so bleibt wieder einmal nur, Danke zu sagen an das großartige Orga-Team Berthold und Maic vom Barcamp Ruhr, das Unperfekthaus als wunderbarer Gastgeber und den tollen Sponsoren, ohne die dieses Barcamp gar nicht möglich gewesen wäre. Und wie wundervoll wäre es, wenn diesem Barcamp Ruhr noch ganz viele folgen und vor allem, dass noch viel mehr Menschen entdecken, wie bereichernd es sein kann, an einem teilzunehmen.

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Was ist LARP? – Oder wie fühlt man sich als Goblin

LARP ist, wenn man morgens bei den Duschen auf Wesen mit spitzen Ohren trifft (nein, dann ist man nicht auf dem Planeten Vulkan aufgewacht!). LARP ist auch, wenn man komisch angeguckt wird, weil man vor diesen Sanitäranlagen rumsteht und scheinbar zu niemanden gehört. Und die Leute, die einen anstarren, tragen mittelalterliche Gewänder und seltsame Kopfbedeckungen. Und es kann sogar vorkommen, dass eine Ork-Frau vorbeikommt, die freundlich „Hallo“ sagt. Später habe ich dann erfahren, dass ich einfach nur meine Hände vor der Brust hätte kreuzen müssen, um nicht misstrauisch beäugt zu werden. Denn dann wäre ich quasi gar nicht da gewesen. So, so, denke ich bei mir und warum sagt man mir das erst viel später?!

Aber was ist LARP denn nun? Live Acting Role Play bedeutet die Abkürzung, aber auch das kann vieles bedeuten und weil das so ist, erzähle ich hier nur von meinen Erfahrungen als Anfängerin bei der Convention „Pakyrion – Auf der Suche nach dem verlorenen Ei“.

Meine erste Erfahrung führt mich also nach Pakyrion, ein Land, in das man eigentlich nur über Portale gelangen kann, aber ich werde dort ja einen NSC, einen Nicht-Spiele-Charakter darstellen und somit ist für mich alles sowieso irgendwie anders als für die sogenannten Spiele-Charaktere. Empfangen werde ich noch OT=Out Time von meinem  Freund, der sich dafür entschieden hat, unauffällig zu bleiben und mich nicht als Seher Beregil, den er die letzten Tage dargestellt hat, am Bahnhof von Neubrandenburg zu empfangen. Schnell erzählt er mir noch auf der kurzen Fahrt ins Museumsdorf Passentin, was ich wissen muss und schon schleichen wir uns möglichst unauffällig zu seinem Zelt und dort werde ich zu Katharina, die ihm nach Dassrau, einem Dorf in Pakyrion gefolgt ist. Ab jetzt sind wir IT=In Time und benehmen uns ein kleines bisschen anders als gewöhnlich.

Dassrau ist ein wirklich malerisches Dort (genauso wie OT das Museumsdorf Passentin) und wäre da nicht das Problem mit einem verlorenen Dämonen-Ei, wäre es einfach nur ein friedlicher Ort, in dem die Bewohner ihrem Tagewerk nachgehen und es höchstens laut wird, wenn der eine oder andere am abendlichen Lagerfeuer ein bisschen zu viel Met getrunken hat. Aber nun ist das Ei verschwunden, auf das die Dorfbewohner aufpassen sollten und in dem dummerweise das Enkelkind von einem Dämonen steckt, der not amused ist, dass er nicht weiß, was nun aus seinem Nachkommen werden soll. Also haben die Dorfbewohner und ihre Gäste in Gestalt von Rittern und anderen Durchreisenden wie zB Händlern mächtig Stress, denn der zukünftige Großvater hat ihnen nur drei Tage Zeit gegeben, die Sache in Ordnung zu bringen.

Von all diesen Problemen merke ich zunächst nicht viel. Ich bekomme das Dorf gezeigt, lerne ein paar Bewohner kennen und dann gibt es auch schon Abendessen, für das ich aber zum Glück nicht mehr arbeiten muss, denn das hat Beregil schon erledigt. Auch in Pakyrion gilt „Ohne Moos nichts los“ und zumindest 3 Kupfer fürs Abendessen sollte man sich über Tag verdient haben. Nach dem wirklich reichlichen Mahl, das man dafür bekommt, wird es Zeit für die Gute-Nacht-Geschichte für die Kinder. Gerne hätten wir dieser auch bis zum Ende des aktuellen Kapitels gelauscht, aber plötzlich kommt die SL (=Spieleleitung) und teilt uns mit, dass dringend ein paar Goblins benötigt werden. Nun heißt es schnell die Gewandung (von manchen auch „nur“ Kostüm genannt) zu wechseln und sich beim Fundus einzufinden, um zum einen noch die obligatorische möglichst alberne Kopfbedeckung zu finden und das Briefing zu erhalten. Doch ich habe noch ein dringendes Geschäft zu erledigen und werde somit ohne es zu wissen zu einem Objekt des Misstrauens, als ich anschließend auf die anderen warte. Doch letztendlich haben die Spieler anderes zu tun, als sich um diese komische Gestalt mit Schlapphut zu kümmern. Und so ziehen sie davon, um im benachbarten Maisfeld… Pardon! Stimmt ja gar nicht, denn natürlich machen sie sich auf den Weg, um im ans Dorf grenzenden Gebirge in einem weit verzweigten, labyrinthischen Höhlensystem nach dem vermissten Ei zu suchen. Und da kommen wir und die Ghuls, Untote, die von den Goblins nur abfällig Schleicher genannt werden, ins Spiel. Denn es gilt ja nicht nur verzwickte Rätsel zu lösen, sondern auch mit dem einen oder anderen Höhlenbewohner zurecht zu kommen.

Goblins sind friedfertig, aber sie lieben es, Schabernack zu treiben. Und Fundus, Schwups und Du sind ein Trio, das ganz schön nerven kann. Wir können in Höhlenwänden verschwinden und plötzlich an anderer Stelle wieder erscheinen (was in einem Maisfeld, in dem das Labyrinth angelegt wurde, ja auch kein echtes Problem darstellt). Und so haben wir viel Spaß dabei, richtig albern zu sein und den Spielern Streiche zu spielen. Aber wir haben auch eine Aufgabe, denn eine Spielerin musste unbedingt in die schleimigen Absonderungen einer Pflanze greifen, in der sich Würmer befanden, die zu ihrem baldigen Ableben führen werden, wenn nicht einer von uns Goblins diesen aus ihren Blutgefäßen saugt. Aber das machen wir doch sehr gerne, denn Goblins lieben diese Würmer, haben aber genau dasselbe Problem wie die Menschen, dass sie diese nicht direkt aus dieser unangenehmen Sekreten der Pflanze fischen können. Natürlich läuft alles zur Zufriedenheit der Spieler, die diesen heißen Tipp mit den Goblins, die Würmer lieben, übrigens vom Seher Beregil erhalten hatten. Merke: Als NSC sind die Aufgaben genauso vielfältig wie es der SL gefällt oder abhängig davon, was für einen Unsinn die Spieler anstellen. Dieser Abend endet jedenfalls für Beregil und Katharina bei einem Bier im Mondenschein, denn Goblins trauen sich nicht ins Dorf und bleiben lieber in dem Höhlensystem versteckt.

Der nächste Morgen bringt zunächst Regen, aber zum Glück setzt sich die Sonne wieder durch und so können die Dorfbewohner friedlich ihr Frühstück im Freien einnehmen und sich zunächst wieder ihren Gewerken widmen. Für mich steht Brotbacken an, aber kaum ist der Teig fertig, muss ich mich wieder in Schwups verwandeln und die Auffindung des Eies vorantreiben. Hier werde ich Zeugin eines wahrlich historischen Ereignisses, denn der Goblin Du erfährt die Ehre, zum Ritter geschlagen zu werden. Trotz der vielfältigen Aufgaben als NSC bleibt aber noch Zeit, eine mallorquinische Steinschleuder zu flechten und mir die Karten legen zu lassen, denn ich muss ja wissen, ob Katharina diesem Beregil vertrauen kann.

Als gerade das Abendessen verteilt wird, heißt es plötzlich „Time freeze“ und der Dämon erscheint samt Gefolge und wir NSCs beschließen, rasch weiter zu essen, denn man kann nie wissen, was nun passieren wird. Und so kommt es wie es kommen muss, ich verwandele mich im Laufe des Abends auch noch in einen Dämon, damit die Dorfbewohner und ihre Gäste den Ober-Dämon auch ernst nehmen. Der muss dann aber am Ende mit der Demütigung fertig werden, dass das Ei wieder da ist, aber im Schein des Vollmondes nur eine elender Halb-Dämon geboren wird und er somit wohl ein ernstes Wort mit seiner Tochter reden muss. Wie auch immer: Ende gut, alles gut und die Dorfbewohner und ihre Gäste können das Fortbestehen von Dassrau bei reichlich Met und Bier feiern.

Doch mit diesem Happy End naht auch der Zeitpunkt, zu dem wir alle wieder OT sind und es Abschied nehmen heißt von diesem geheimnisvollen Land Pakyrion mit seinen seltsamen Bewohner, Gefahren und vielerlei Rätseln, die es zu lösen gilt. Und so ist es ein komisches Gefühl, am nächsten Morgen wieder seine normale Kleidung zu tragen und Autos auf dem Gelände fahren zu sehen. Ich ahne nach nicht mal 2 Tagen Pakyrion, wie schwer die Umstellung fallen muss, wenn man fünf Tage in diese andere Welt eintauchen konnte. Aber das werde ich wohl im nächsten Jahr erleben, wenn ich wieder zu Katharina, Schwups und wer weiß wem werde. Und wie das aussehen kann, seht ihr hier.

Ist die Frage, was ist LARP, damit beantwortet? Nein, natürlich nicht, denn ich war ein NSC. Noch habe ich keinen Charakter erschaffen, mit Erfahrungen und Fähigkeiten, die ich in unserer Welt niemals haben werde und einem Lebenslauf, der so manche Irritation auslösen könnte, aber nicht in der Welt des LARP, wo die Grenzen, dessen was möglich ist, eigentlich nur durch die Regel „Du bist was Du darstellen kannst“ definiert wird.

Auch eine Art Wellness – Bericht vom Barcamp Ruhr 2016

Zwei Barcamps in zwei Wochen und nun berichte ich doch vom zweiten zuerst, aber das Barcamp Ruhr hat den ältesten Trick der Welt angewendet und eine Challenge ausgerufen. Alle Teilnehmer wurden aufgerufen, innerhalb von 24 Stunden bis Montag 16:30 Uhr einen Blogbeitrag zu posten. Da  wollte ich mich nicht drücken und nutzte die Zeit in der Bahn.

Das Barcamp Ruhr in Essen im Unperfekthaus als Veranstaltungsort habe ich zum zweiten Mal besucht und es hat mir fast noch besser gefallen als beim ersten Besuch. Dabei war es eigentlich genauso wie im letzten Jahr. Tolle Menschen, super Orga, interessante Sessions und natürlich prima Essen. Da es aber nun insgesamt mein achtes Barcamp gewesen ist (eigentlich fast mein neuntes, aber das ist eine andere Geschichte), gehöre ich inzwischen wohl doch zu den zumindest älteren Hasen. Über meine ersten Erfahrungen mit Barcamps habe ich bereits hier geschrieben.

Trotz meiner Sessionpremiere eine Woche zuvor in Nürnberg, habe ich in Essen lieber auf keine meiner favorisierten Sessions verzichtet. Im Nachhinein denke ich aber, beim nächsten Mal will ich auch da vorne stehen.

Ein Barcamp hat immer ein bisschen den Touch von einem Klassentreffen, nur dass man nicht mit mein Haus, mein Auto, mein Pferd angeben muss. Überhaupt würde ich mir wünschen, dass die Menschen viel mehr so miteinander umgehen würden, wie es auf einem Barcamp der Fall ist. Offen, freundlich, interessiert, hilfsbereit und ohne Konkurrenzdenken, sondern gespannt darauf, was andere an Wissen weitergeben können.

Die von mir besuchten Sessions drehten sich um folgende Themen: Wer weiß was – Was passiert eigentlich so, wenn man Internet unterwegs ist, ABC Listen nach Vera Birkenbihl, Wie man sich zum Job bloggt – Ein Erfahrungsbericht, Agiles Arbeiten, Günstig Bahnfahren und Snapchat am Samstag und um noch mehr Wer Weiß Was, Wie man Hotelschnäppchen findet, Datenvisualisierung mit der Programmiersprache R, Einführung in Coaching nach The Work von Katie Byron und Storify am Sonntag. Also ein buntes Programm, das äußerst inspirierend war. Dazu ein extrem lustiger Chat-Roulette-Abend (muss man mal erlebt haben), der mich mehr als entschädigt hat, nicht Werwolf spielen zu können auf diesem Barcamp.

Für mich ist ein Barcamp so eine Art Wellness-Wochenende für den Geist. Ich werde auf andere und meistens ganz neue Gedanken gebracht, von denen ich noch eine ganze Weile zehren kann. Einziger Nachteil: man wird süchtig. Und so bin ich froh, dass ich mit etwas Glück dieses Jahr noch in Berlin, Kiel, Stuttgart, Regensburg und Hamburg meiner Leidenschaft nachgehen kann. Und nach Essen komme ich immer wieder gerne. Wer es einfach mal ausprobieren möchte, dem sei das Barcamp Ruhr besonders empfohlen, denn mit so hervoragenden Organisatoren wie Berthold Bart (@bertholdb) und Maik Wagner (@fernmuendlich) und dem Unperfekthaus, das mit seiner kreativen Atmosphäre als Barcamp Location wohl genau das Gegenteil vom dem ist, was sein Name ironisch aufs Korn nimmt, kann es einfach nur eine gute Erfahrung werden.

An dieser Stelle sei all den tollen Sponsoren gedankt, ohne die dieses Barcamp – wie auch all die anderen – gar nicht in dieser Form stattfinden könnten:


communicode


GLS Bank


RWE


dotRuhr


Rheinschafe


9elements


Global Village3


netzkommune


IOM


Lokalkompass


agile ruhr


KreativeKommunikationsKonzepte


Brandwatch